Schadstoffe in Möbeln, Wänden und Teppichen

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Manchmal wird der Traum von der schönen, neuen Wohnung zum Albtraum. „Farben, Bodenbeläge oder Möbel können Schadstoffe enthalten, die allergische Beschwerden auslösen oder verstärken können“, sagt Dr. Rolf Buschmann von der Verbraucherzentrale NRW. Vor allem für Babys und Kleinkinder bedeuten neue Möbel und renovierte Räume oft ein erhöhtes Gesundheitsrisiko.

Zu den Schadstoffen, denen Menschen in Wohnräumen am häufigsten ausgesetzt sind, zählen zum Beispiel Lösungsmittel in Farben und Lacken, Formaldehyd in Holzwerkstoffen wie Spanplatten oder Möbeln, Weichmacher in PVC-Produkten wie etwa Fußböden sowie Biozide in Teppichen, Teppichböden oder Holzschutzmitteln. „Die gesundheitlichen Auswirkungen können sich je nach Schadstoff in unterschiedlichen Beschwerden oder Krankheiten äußern. Mögliche Symptome sind Reizungen von Haut, Augen oder Schleimhäuten, grippeähnliche Beschwerden, Atemprobleme, Ausschlag, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche“, so Buschmann.

Oft treten solche Symptome schon kurze Zeit nach einem Wohnungswechsel, dem Betreten einer renovierten Wohnung oder dem Neukauf von Einrichtungsgegenständen auf. Verschwinden die Beschwerden in einer anderen Umgebung, etwa im Urlaub, kann das ein Hinweis auf Schadstoffe sein. „Um die Schadstoffquelle zu entdecken, hilft am besten ein zertifiziertes Messinstitut“, rät Dr. Rolf Buschmann. „Adressen und Ansprechpartner gibt es bei den Verbraucherzentralen.“

Vor allem Kinder gefährdet

Kinder sind durch Schadstoffe in Farben, Teppichen oder Möbeln besonders gefährdet, weil ihr Stoffwechsel schneller arbeitet als der von Erwachsenen. Außerdem nehmen sie im Verhältnis zur Körpergröße mehr Stoffe auf. Buschmann: „Zudem krabbeln Kinder auf dem Boden und nehmen vieles in den Mund. Teppiche, die Giftstoffe gegen Insekten enthalten, sind für sie deshalb gesundheitsschädlicher als für Erwachsene.“

Ist ein Baby unterwegs, ziehen werdende Eltern oft in eine neue Wohnung oder richten die alte so schön wie möglich für den Familienzuwachs her. Doch die gut gemeinte Fürsorge kann ein erhebliches Risiko für das Neugeborene darstellen. Denn viele Schadstoffe bleiben bis zu einem halben Jahr in der Luft. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind an Allergien, Neurodermitis oder Atemwegserkrankungen leidet, steigt, wenn es solchen Substanzen ausgesetzt ist. Ein erhöhtes Allergierisiko für das Baby besteht auch, wenn sich die Mutter in der Schwangerschaft regelmäßig in renovierten Räumen aufhält.

Damit weder Eltern noch Kinder unter Schadstoffen leiden, gibt die Verbraucherzentrale NRW folgende Tipps:

* Bevor Möbel, Matratzen oder Bodenbeläge in den Haushalt einziehen, sollten sie beim Händler, in der Garage oder in der Wohnung bei geöffnetem Fenster etwa vier bis sechs Wochen lang auslüften. So können sich Lösungsmittel und Weichmacher verflüchtigen, ohne Schaden anzurichten

* Tapeten, Kleister, Farben, Lacke und ähnliche Produkten nur bei guter Belüftung auftragen. Nach Gebrauch unbedingt die angegebene Trocknungszeit beachten!

Quelle: Wüstenrot

Bildnachweis: Foto: Raumtanz.

Foto: Raumtanz
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